Die Manuelle Medizin verbindet klassische Auffassungen von Behandlungen des Bewegungsapparates mit Prinzipien der Osteopathie (A.T. Still, 1828-1917) und der Chiropraktik (D.D. Palmer, 1845-1913). Als Teil der konservativen Orthopädie gilt es vor der Behandlung mit den Händen zuerst die Indikationsstellung durch klinische Untersuchungen zu stellen. Erst durch die spezifische Diagnostik für jedes einzelne Gelenk wird dem Therapeuten ein erleichtertes Vorgehen betreffend Therapie ermöglicht.

Als Kernthema der Manuellen Medizin gelten Funktionsstörungen eines Gelenkes, bei dem sich die Gelenkskapsel an eine verminderte Beweglichkeit angepasst hat (Hypomobilität). Bei Verletzungen des Bewegungsapparates hingegen treten eher Hypermobilitäten bzw. Instabilitäten eines Gelenkes auf.

Als Grundvoraussetzung für das Verständnis von Tests und für die Therapie benötigt man ein patho-anatomische Grundwissen einzelner Strukturen, welches durch neueste wissenschaftliche Publikationen immer genauer definiert werden kann. Durch den aktuellsten Stand der Osteo- und Arthokinematik, welche für das Verständnis einzelner Funktionsabläufe von Gelenken essenziell sind, können gezielte manualmedizinische Behandlungstechniken effizienter eingesetzt werden. Das ermöglicht einen rascheren Heilungsverlauf.