Pharmakologische Grundlagen – Thomas Griesbacher

Die Grundaufgabe der Pharmakologie als medizinische Fachdisziplin ist die Aufklärung der molekularen Wirkungsmechanismen von Arzneimitteln. Diese Mechanismen liegen auch den bei der Verwendung von Arzneimitteln beobachteten unerwünschten Wirkungen zugrunde. Konsequenterweise kann die Pharmakologie so Nebenwirkungen, Komplikationen etc. erklären und gegebenenfalls vermeiden helfen. Ebenso können diese Mechanismen Ausgangspunkt für die Arzneimittelforschung sein um neue Wirkstoffe mit verbessertem Wirkprofil zu entwickeln.

In meinem Beitrag für diesen Fortbildungskurs möchte ich gemeinsam mit Ihnen ‒ möglichst interaktiv ‒ anhand praktischer Beispiele aus dem klinischen Alltag einige solcher Mechanismen aus den Bereichen Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und Pharmakogenetik besprechen und verdeutlichen, wie man ausgehend von solchem Wissen klinische Probleme besser verstehen und behandeln kann.

Pharmakodynamik beschreibt die molekularen Wirkmechanismen von Pharmaka. Dazu gehören nicht nur die Wirkorte selbst (Rezeptoren, Enzyme) sondern auch die Art und Weise wie ein Pharmakon mit diesen interagiert (kompetitiv/nichtkompetitiv, mit welcher Affinität oder intrinsischer Aktivität), welche Unterarten der Wirkorte (Rezeptorsubtypen, Isoenzyme) existieren, wie die intrazelluläre Signalübertragung stattfindet (Mechanismen der Signaltransduktion) und ob sich diese auch durch die Verwendung von Pharmaka verändern kann (biased signaling, Rezeptordimerisierung). Die alles mit Konsequenzen für die jeweilige Wirkung des Arzneimittels (hier Analgetika).

Pharmakokinetik umfasst wiederum alle Mechanismen und Umstände, die die Aufnahme, Verteilung, Metabolisierung und Elimination von Arzneistoffen bewirken bzw. beeinflussen. Zu den Faktoren, die in diesem Bereich die Wirkung von Analgetika verändern können, gehören z.B. Veränderungen des pH-Wertes eines Gewebes, chemische Modifikationen von Pharmaka, Erkrankungen von Leber und Niere, aber auch Einflüsse durch andere Arzneimittel wie auch Naturstoffe, sowie genetische Aspekte unserer Patientinnen und Patienten.

→ Profil Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Thomas Griesbacher